Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V.

Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V.

Karl-Arnold-Haus der Wissenschaften
Palmenstraße 16
40217 Düsseldorf

Tel.: 0211 / 131102
Fax: 0211 / 327083
E-Mail: info@schumann-ga.de
Homepage: www.schumann-ga.de

Vorstandsvorsitzender: Prof. Dr. Ulrich Konrad

Hauptamtliche Mitarbeiter:
Dr. Armin Koch: koch@schumann-ga.de (Editionsleitung)
Timo Evers M.A.: evers@schumann-ga.de
Dr. Michael Beiche: beiche@schumann-ga.de (Teilzeit)
Tirza Cremer M.A.: cremer@schumann-ga.de (Teilzeit)


Wissenschaftlich/technische Assistenz:
Christina Thomas M.A.: thomas@schumann-ga.de
Birgit Spörl M. A.: spoerl@schumann-ga.de
Julia Schlothmann B.A.: schlothmann@schumann-ga.de


Bankverbindung:
Deutsche Bank AG Düsseldorf
BLZ: 300 700 10
Konto-Nr.: 331 2030

Robert-Schumann-Forschungsstelle e. V. Düsseldorf
Arbeitsstelle im Robert-Schumann-Haus
Hauptmarkt 5
08056 Zwickau
Tel. und Fax: 0375 / 213757

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Ute Scholz: scholz@schumann-ga.de

Geschichte
Dass die seit 1986 bestehende Schumann-Forschungsstelle in Düsseldorf beheimatet ist, hat gute Gründe. Bekanntlich war Robert Schumann von September 1850 bis zu seinem gesundheitlichen Zusammenbruch im Februar 1854 in der Stadt am Niederrhein als Musikdirektor tätig. Es war dies seine erste und einzige feste berufliche Anstellung. Etwa ein Drittel seines Gesamtwerks entstand in Düsseldorf.
1981 fand in Düsseldorf das 1. Internationale Schumann-Symposion statt, das die 1979 von Dr. Gisela Schäfer gegründete Düsseldorfer Schumann-Gesellschaft [http://www.schumann-gesellschaft.de ] organisiert hatte. In diesem Zusammenhang forderte Prof. Dr. Akio Mayeda mit Nachdruck eine historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Robert Schumanns, denn die alte, vor über 100 Jahren von Clara Schumann herausgegebene Gesamtausgabe enthält nicht alle Kompositionen Schumanns, und die ihr zugrundeliegenden editorischen Verfahren sind heute nicht mehr akzeptabel: Es gibt weder Kritische Berichte (Verzeichnisse der Varianten und Lesarten), noch wird deutlich, auf welcher Quellenbasis die Textkonstitution im einzelnen vorgenommen worden ist.

Frühere Versuche, eine neue Schumann-Gesamtausgabe zu etablieren, waren vor allem an der deutsch-deutschen Teilung gescheitert, denn zentrale Quellensammlungen befinden sich auf dem Boden der damaligen DDR, in Zwickau und in Ost-Berlin. Obwohl diese ungünstigen politischen Bedingungen nach wie vor noch bestanden, griff die Düsseldorfer Schumann-Gesellschaft, deren musikwissenschaftlichem Beirat Prof. Mayeda angehörte, die Idee einer neuen Gesamtausgabe auf und beschloss 1982, den Weg zur Durchführung des ehrgeizigen Projektes zu beschreiten. Prof. Dr. Klaus Wolfgang Niemöller, ebenfalls Beirats-Mitglied, konnte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Finanzierung eines Vorprojekts erwirken, das die Ermittlung der internationalen Standorte von Schumann-Autographen zum Ziel hatte. Dieses Projekt wurde von Januar 1985 bis März 1986 am Kölner Musikwissenschaftlichen Institut durchgeführt. Nachdem die Union der Akademien der Wissenschaften in Mainz sich im Sommer 1985 bereit erklärt hatte, eine Neue Schumann-Gesamtausgabe in ihr Förderprogramm aufzunehmen, wurde im April 1986 von der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf e.V. eine entsprechende Forschungsstelle in Düsseldorf eröffnet. Vorsitzender der Forschungsstelle war Professor Klaus Wolfgang Niemöller, Editionsleiter Professor Akio Mayeda. In der Schumann-Forschungsstelle Düsseldorf sind derzeit drei hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt: Dr. Michael Beiche, Dr. Armin Koch und Dr. Matthias Wendt. Die Ausgabe wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Land Nordrhein-Westfalen finanziert.

Mit dem Zwickauer Robert-Schumann-Haus bestand von Anfang an, trotz damals schwieriger politischer Verhältnisse, ein enger wissenschaftlicher Kontakt. Ohne die Zwickauer Mitarbeit wäre eine Gesamtausgabe nicht durchführbar. Die auf den Titelblättern der Gesamtausgabe vermerkte Herausgeberschaft in Verbindung mit dem Schumann-Haus Zwickau bringt diese Kooperation zum Ausdruck. Nachdem die deutsch-deutsche Grenze gefallen war, konnte 1992 dank der Initiative der Mainzer Akademie eine weitere Mitarbeiterstelle (Frau Dr. Ute Bär) im Schumann-Haus Zwickau eingerichtet werden.

Archiv-Aufbau
Die Robert-Schumann-Forschungsstelle besteht im wesentlichen aus drei Archivkomplexen. Das Kernstück bildet die Mikrofilm- und Kopiensammlung von autographen und abschriftlichen Quellen: Noten, Briefe, autobiographische Aufzeichnungen, Essays, theoretische Notizen, Dokumente zur redaktionellen Tätigkeit Schumanns für die von ihm 1834 gegründete Neue Zeitschrift für Musik. Der Zugriff auf die Quellen erfolgt über Karteien und elektronische Datenbanken. Da Clara Schumann oft als Kopistin von Werken ihres Mannes tätig war, in seinem Auftrag Briefe mit Verlegern gewechselt und nach Schumanns Tod die Nachlassedition überwacht hat, gebot es sich von selbst, von Anfang an Dokumente zu Leben und Schaffen Clara Schumanns in die Quellensammlung einzubeziehen. Somit ist das Düsseldorfer Institut eigentlich eine Robert- und Clara- Schumann-Forschungsstelle.

Den zweiten Archiv-Bereich bildet eine nunmehr nahezu vollständige Sammlung von Original- und Erstausgaben, die überwiegend aus Kopien besteht, aber auch einige wertvolle Originaldrucke enthält.

Der dritte Bereich besteht in einer Spezialbibliothek zu Robert und Clara Schumann, die mittlerweile mit etwa 8000 Titeln die weltweit umfangreichste sein dürfte.

Gesamtausgabe
1991 wurde der erste Band der Neuen  Gesamtausgabe vorgelegt. Er enthält die Missa sacra op. 147, ein Düsseldorfer Spätwerk, das Schumann selbst nicht mehr zum Druck befördert hat. Noch im gleichen Jahr folgten im zweiten Band die Werke für Frauenstimmen, 1993 das Requiem op. 148 und 1995 die 3. Sinfonie. 1998 lag die Ausgabe zweier Skizzenhefte vor. Die im Rahmen der Gesamtausgabe ebenfalls 1998 veröffentlichte Bildbiographie zu Robert Schumann wurde mit einhelliger Begeisterung von der Öffentlichkeit aufgenommen. Dieser Band ist mittlerweile ein „Bestseller“ geworden. Danach erschien das Werk Ouverture, Scherzo und Finale op. 52. Ein weiterer Band mit geistlicher Musik, worin auch der 150. Psalm, ein Jugendwerk des Zwölfjährigen, enthalten ist, wurde im Jahr 2000 herausgegeben. Es folgten 2001 die Violinsonaten und die vierhändigen Klavierwerke. 2002 erschien der für die Textgenese der Schumannschen Lieder grundlegende Band mit den Textvorlagen zu Schumanns einstimmigen Liedern. Im Jahre 2003 wurden das Klavierkonzert op. 54 und ein Band mit Kontrapunktstudien veröffentlicht; 2006 folgten die Streichquartette op. 41. Vier weitere Bände befinden sich in der Herstellung (Konzertstücke/-sätze für Klavier; Cellokonzert und Konzertstück für vier Hörner; ein Band Lieder sowie ein Band mit Studienbüchern und dem Brautbuch). Von der scientific community aber auch von Redakteuren, Antiquaren, Musikern, Bibliothekaren wurde das Anfang 2003 erschienene Thematisch-Bibliographische Werkverzeichnis (RSW) besonders begrüßt. Das über 1000 Seiten umfassende Werkverzeichnis wurde in zwölfjähriger Arbeit von der Robert-Schumann-Gesellschaft Düsseldorf durch Margit L. McCorkle und in Verbindung mit der Forschungsstelle herausgegeben. Es dokumentiert den heutigen Wissensstand über entstehungsgeschichtliche Daten und Quellen zu den bekannten Opera, nimmt aber darüber hinaus erstmals minutiös den großen Bereich von Fragmenten und Kompositionsplänen in den Blick. Die damit erzielte Feindifferenzierung des kompositorischen Spektrums wird die Schumannforschung in den nächsten Jahren nachhaltig prägen.

Internationale Kooperation
Für die Mitarbeit an der bei Schott in Mainz erscheinenden Gesamtausgabe konnten zahlreiche Forscher aus dem internationalen Kreis der Schumann-Spezialisten gewonnen werden. Die Gesamtausgabe ist auf über 50 Bände angelegt. Ihr Abschluss ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Jeder Band enthält neben Werkpartituren und dem Kritischen Bericht ein Faksimile-Beiheft, in dem vor allem Skizzen, Werkfragmente, Partiturbilder und Titelblätter reproduziert sind.

Von Beginn an wurde die Düsseldorfer Forschungsstelle von zahlreichen Forschern, Doktoranden und Magistranten aus aller Welt besucht. Viele Studenten der Musikwissenschaft haben in der Forschungsstelle Praktika absolviert, und manches Magister- und Dissertationsthema ist hieraus erwachsen. Von Anfang an wirkte die Schumann-Forschungsstelle bei der Gestaltung der Düsseldorfer Schumannfeste mit und veranstaltete Symposien zu Schumann-Themen, deren Berichte (mittlerweile neun) in der von A. Mayeda und K. W. Niemöller herausgegebenen Reihe  „Schumann Forschungen“ des Schott Verlags auch gedruckt vorliegen.

Auch renommierte Künstler interessieren sich für die Editionsarbeiten. Zu den prominenten Besuchern der Düsseldorfer Forschungsstelle gehörten Claudio Arrau, Alfred Brendel und das Abegg-Trio. John Eliot Gardiner, Roger Norrington, Nicolaus Harnoncourt und andere Dirigenten ersuchten die Forschungsstelle um wissenschaftliche Unterstützung. Rundfunk- und Fernsehanstalten, Platten- und Filmproduzenten lassen sich häufig von den Mitarbeitern der Forschungsstelle beraten.

Finanzierung
Da die Bund-Länder-Finanzierung über die Union der Akademien der Wissenschaften nur die Personalmittel und einen Teil der Sachmittel abdeckt, ist die Schumann-Forschungsstelle auf Sponsorenzuwendungen angewiesen. Bisher wurde die Edition unter anderem durch großzügige Spenden der Friedrich-Flick-Stiftung, der Thyssen-Stiftung, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, der Stiftung van Meeteren, der Dai-Ichi-Kangyo Bank, der Firmen Denon, Epson, Toyota und privater Sponsoren unterstützt. Regelmäßige Förderungen erhält die Ausgabe durch die Deutsche Bank AG, Düsseldorf und durch die Degussa AG, Düsseldorf.